Decke tapezieren: Raufaser Schritt für Schritt

, Lesezeit etwa 5 Minuten

Deckenbürste zum Kleistern mit Holzblock, hellen Synthetikborsten und schwarzem Steckstiel

Kurz gesagt: Die Decke tapezierst du vor den Wänden, am besten zu zweit. Der Untergrund muss trocken, tragfähig, sauber und gleichmäßig saugfähig sein. Dann schneidest du die Bahnen mit etwas Zugabe zu, kleisterst sie ein, legst sie 2/3 zu 1/3 zusammen und lässt Raufaser laut Hersteller Erfurt etwa 10 Minuten weichen. An der Decke setzt eine Person die Bahn mit rund 2 cm Überstand an der Wandkante an, die andere stützt sie mit einem Besenstiel. Zum Schluss drückst du die Bahn blasenfrei an und schneidest die Ränder ab. Zum Einkleistern und später zum Grundieren oder Streichen eignet sich unsere Deckenbürste (4,99 €), auf die du einen Verlängerungsstiel stecken kannst.

Was du brauchst

  • Zum Vorbereiten: Abdeckfolie, Schraubendreher, Spachtel und Spachtelmasse, eventuell Tapetenlöser und Tiefgrund.
  • Zum Einkleistern: Tapeziertisch, Eimer, Kleister und einen Quast oder eine Kleisterbürste.
  • Zum Tapezieren: Leiter, einen Besenstiel als Stütze, Tapezierbürste oder Gummirolle, Schere, Tapeziermesser und einen Tapezierspachtel.
  • Eine zweite Person: An der Decke ist das kein Luxus, sondern der wichtigste Helfer.

Beim Kleister richtest du dich nach der Tapete. Erfurt empfiehlt für seine Raufaser den eigenen Rauhfaser-Kleister, angerührt mit 200 g in 6 Litern Wasser für etwa 30 m², alternativ Kleister für Papiertapeten. Kleister auf Basis von Carboxymethylzellulose (CMC) soll man für diese Raufaser laut Hersteller nicht verwenden.

Schritt 1: Raum und Decke vorbereiten

  1. Strom aus: Bevor du Lampen, Schalter- oder Steckdosenabdeckungen abnimmst, nimm die passende Sicherung heraus. Bist du bei Lampen und Anschlüssen unsicher, lass das eine Elektrofachkraft machen.
  2. Alte Tapete runter: Alte Tapeten und nicht haftende Anstriche entfernen. Tapetenlöser, mit dem Quast aufgetragen, kann einwirken. Ist die alte Tapete mit latexhaltiger Farbe gestrichen, raut man sie vorher mit einer Stachelwalze auf, so beschreibt es die Anleitung von toom.
  3. Glätten: Raue Stellen und Unebenheiten mit Spachtelmasse glätten.
  4. Grundieren: Stark saugende oder sandende Untergründe grundieren. Glatte Gipsputze leimst du laut Erfurt mit verdünntem Kleister vor.
  5. Prüfen: Erst wenn der Untergrund trocken, sauber und tragfähig ist, geht es los. Sonst kann sich die Tapete wieder lösen.

Kleiner Tipp für die Schrauben von Lampen und Abdeckungen: In Magnetschalen aus Edelstahl (3er-Set, 17,99 €) rollen sie nicht weg.

Schritt 2: Bahnen zuschneiden und einkleistern

  1. Zuschneiden: Die Bahnen auf die Länge plus Zugabe zuschneiden. Für die Wände nennt toom die Raumhöhe plus 10 cm. Bei Tapeten mit Muster auf die Richtung achten.
  2. Einkleistern: Den Kleister gleichmäßig auf die Rückseite auftragen, von der Mitte zu den Rändern und nicht zu sparsam.
  3. Zusammenlegen: Die eingekleisterte Bahn 2/3 zu 1/3 zusammenlegen, Kleisterseite auf Kleisterseite, und die Seitenränder genau aufeinanderlegen. So trocknen die Kanten nicht aus. Die Schlaufen nicht knicken.
  4. Weichen lassen: Erfurt-Raufaser kann nach etwa 10 Minuten an die Decke. Die allgemeine Anleitung von toom nennt 5 bis 15 Minuten. Maßgeblich ist die Angabe auf deiner Tapetenrolle.

Arbeitest du mit einer Kleistermaschine, solltest du laut toom nie mehr als zwei Bahnen gleichzeitig vorbereiten. Vlies-Raufaser muss nicht weichen: Sie wird in Wandklebetechnik verarbeitet, das heißt, der Kleister kommt auf die Decke oder Wand und die Bahn wird trocken angelegt.

Schritt 3: Die Bahn an die Decke bringen

  1. In Schlaufen legen: Die Bahn wird für die Decke in Schlaufen zusammengelegt, Kleisterfläche auf Kleisterfläche. Die Vorderseite bleibt trocken.
  2. Ansetzen: Eine Person setzt das Ende der Bahn mit etwa 2 cm Überstand an der Raumkante an.
  3. Stützen: Die zweite Person hält den Rest der Bahn mit einem Besenstiel oder Ähnlichem nach oben.
  4. Andrücken: Nach und nach die Bahn glatt an die Decke streichen, blasen- und faltenfrei mit Tapezierbürste oder Gummirolle, von der Mitte nach außen.
  5. Nächste Bahn: Naht an Naht, also auf Stoß, ohne Überlappung und ohne Fuge.

Die 2 cm Überstand an der Wand sind kein Fehler: Die Wandtapete wird später darüber bis genau an die Raumkante geklebt. Wo die Decke ohne Wandtapete bleibt, drückst du den Überstand mit dem Tapezierspachtel in die Ecke und schneidest ihn mit der Schere ab oder reißt ihn über den Spachtel ab.

Den Deckenauslass für die Lampe tapezierst du, wie Steckdosen und Schalter an der Wand, einfach mit und schneidest ihn danach mit einem Kreuzschnitt frei. Die Sicherung bleibt dabei draußen.

Schritt 4: Trocknen lassen

  • Kleisterflecken sofort mit einem feuchten Schwamm oder Tuch abwischen, solange sie frisch sind.
  • Keine Zugluft, keine Hitze: Laut Erfurt sollen Zugluft und starkes Aufheizen des Raums beim Trocknen vermieden werden. Trocknet die Tapete zu schnell, können sich die Nähte öffnen, und das sieht man später durch die Farbe.
  • Mindestens 10 °C: Raufaser nicht unter 10 °C Luft- und Untergrundtemperatur verarbeiten.

Schritt 5: Streichen

Ist die Raufaser trocken, wird sie gestrichen. Erfurt nennt dafür Dispersionsfarbe mit mindestens Nassabriebklasse 3 nach DIN EN 13300 und rät, nass in nass zu arbeiten, also zügig und ohne Unterbrechung. Raufaser lässt sich bei späteren Renovierungen mehrfach überstreichen.

Für die Wände empfiehlt toom übrigens, eine Bahnbreite neben dem Fenster anzufangen und sich vom Fenster weg in den Raum vorzuarbeiten.

Die richtige Bürste

Unsere Deckenbürste von WENKTO (4,99 €) ist eine Kleisterbürste, die je nach Einsatz auch Tapezierquast oder Flächenstreicher heißt:

  • Bürstenkopf: 17 × 7,5 cm, dichte, geschlitzte Synthetikborsten mit 70 mm Länge.
  • Für: Tapetenkleister, Wandfarbe, Dispersionsfarbe, Tiefgrund, Grundierung und Bitumen, innen und außen.
  • Stiel: Kunststoffgriff mit Steckanschluss für gängige Verlängerungsstiele; ein Sicherungsclip hält die Verbindung. Mit Verlängerung grundierst oder streichst du die Decke vom Boden aus.

Kleister- und Dispersionsfarbreste wäschst du am besten gleich nach der Arbeit mit Wasser aus, bevor sie antrocknen.

Häufige Fragen

Was tapeziert man zuerst, Decke oder Wand?

Die Decke. Sie bekommt an der Raumkante etwa 2 cm Überstand, die Wandtapete wird später darüber bis genau an die Kante geklebt.

Wie lange muss Raufaser weichen?

Erfurt nennt für seine Raufaser etwa 10 Minuten. Andere Tapeten haben andere Zeiten, maßgeblich ist die Angabe auf der Rolle. Vlies-Raufaser muss gar nicht weichen.

Kann man eine Decke allein tapezieren?

Es geht, ist aber mühsam. Zu zweit ist es deutlich leichter: Eine Person klebt, die andere stützt die Bahn mit einem Besenstiel.

Wie falte ich die Tapete für die Decke?

In Schlaufen, Kleisterseite auf Kleisterseite, ohne die Schlaufen zu knicken. Die Vorderseite bleibt trocken.

Warum öffnen sich die Nähte?

Ein Grund kann sein, dass die Tapete zu schnell getrocknet ist, etwa durch Zugluft oder starkes Heizen. Halte den Raum beim Trocknen geschlossen und nicht zu warm.

Wann kann ich die Raufaser streichen?

Wenn sie vollständig trocken ist. Gestrichen wird mit Dispersionsfarbe, zügig nass in nass.

Passt ein Verlängerungsstiel auf die Deckenbürste?

Ja. Der Griff hat einen Steckanschluss für gängige Verlängerungsstiele und einen Sicherungsclip.

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Preise inkl. MwSt., zzgl. Versand (Deutschland 3,90 €), Stand 22.10.2026. Maßgeblich ist der Preis auf der Produktseite.

Quellen