Reifendruck richtig prüfen: Auto und Fahrrad, mit Werten und Anleitung

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Fahrrad-Standpumpe von Pitlane Performance mit Manometer und Adaptern

Kurz gesagt: Beim Auto prüfst du den Reifendruck am besten alle zwei Wochen, an kalten Reifen und vor der Fahrt (ADAC). Der richtige Wert steht in der Bedienungsanleitung, an der B-Säule der Fahrertür oder im Tankdeckel. Beim Fahrrad steht der erlaubte Bereich auf der Reifenflanke; prüfen solltest du mindestens einmal im Monat, denn ein Schlauch verliert etwa 1 bar pro Monat (Schwalbe, ADAC). Miss mit einem Manometer, nicht mit dem Daumen.

Reifendruck beim Auto

Wo steht der richtige Wert?

Der Fahrzeughersteller gibt den Druck vor. Du findest ihn laut ADAC in der Bedienungsanleitung, auf einem Aufkleber an der B-Säule (bei geöffneter Fahrertür), im Handschuhfach oder auf der Innenseite der Tankklappe. Oft unterscheiden sich die Werte für Vorder- und Hinterachse und für normale und volle Beladung; voll beladen kann der Sollwert bis zu 1 bar höher liegen.

Die Herstellerangabe ist meist ein Mindestwert. Laut ADAC sind 0,2 bar mehr beim Komfort kaum spürbar und senken den Verbrauch, ohne die Sicherheit zu verschlechtern.

Wann und wie oft messen?

  • Alle zwei Wochen: Das empfiehlt der ADAC, auch für Autos mit Reifendruckkontrollsystem.
  • An kalten Reifen: Vor der Fahrt messen, nicht nach einer längeren Strecke. Warme Reifen zeigen mehr Druck an. Lass an warmen Reifen keine Luft ab.
  • Alle vier Räder und möglichst auch das Reserverad.

So gehst du vor

  1. Sollwert heraussuchen (vorn, hinten, Beladung).
  2. Ventilkappe abschrauben und an einem sauberen Ort ablegen.
  3. Prüfgerät gerade und fest auf das Ventil drücken, bis kein Zischen mehr zu hören ist. Wert ablesen.
  4. Zu wenig Luft: an der Tankstelle oder mit Kompressor nachfüllen. Zu viel: über das Ablassventil des Prüfers oder kurz am Ventilstößel ablassen.
  5. Noch einmal messen, Kappe wieder aufschrauben.

Ein eigener Druckprüfer fürs Handschuhfach macht dich unabhängig von der Tankstelle. Unser analoger Reifendruckprüfer misst 0 bis 7 bar, braucht keine Batterie und hat ein Ablassventil. Wer einen eigenen Kompressor hat, braucht einen passenden Stecker, etwa den Hebelstecker aus Messing für Schläuche mit 8-mm-Gewinde. Sitzt das Ventil schlecht erreichbar (Motorrad, Radkappe), hilft eine Ventilverlängerung.

Was passiert bei zu wenig Druck?

  • Mehr Verbrauch: Etwa 0,4 bar unter Soll können laut ADAC bis zu 0,3 l mehr auf 100 km kosten.
  • Mehr Verschleiß: Bei 20 Prozent zu wenig Druck rechnet der ADAC mit 15 bis 30 Prozent weniger Laufleistung.
  • Schlechtere Fahrsicherheit: Schon ein halbes bar zu wenig kann den Bremsweg verlängern und die Kurvenstabilität verschlechtern, besonders bei Nässe (ADAC).

Zu viel Druck ist auch nicht gut: Die Reifenmitte nutzt schneller ab und die Aufstandsfläche wird kleiner (ADAC).

Und das Reifendruckkontrollsystem (RDKS)?

Seit dem 1. November 2014 müssen in der EU alle neu zugelassenen Pkw ein Reifendruckkontrollsystem haben (Verordnung (EG) Nr. 661/2009, seit 2022 abgelöst durch die Verordnung (EU) 2019/2144). Es gibt zwei Arten:

  • Direkt messend: Ein Sensor in jedem Rad meldet Druck und Temperatur per Funk. Meist zeigt das Auto den Wert für jedes Rad an. Für einen zweiten Rädersatz brauchst du eigene Sensoren.
  • Indirekt messend: Das System erkennt Druckverlust über die Raddrehzahl aus dem ABS. Nach dem Nachfüllen oder Radwechsel musst du es per Knopfdruck neu anlernen, nachdem du den Solldruck eingestellt hast.

Wichtig: Das RDKS warnt erst, wenn schon Druck fehlt. Es ersetzt die regelmäßige Kontrolle nicht (ADAC). Bei Autos mit Sensor im Rad spielt auch die Ventilkappe eine Rolle, mehr dazu im Ratgeber Ventilkappen fürs Auto.

Reifendruck beim Fahrrad

Wie viel bar?

Den erlaubten Bereich findest du auf der Reifenflanke, zum Beispiel „4,0–6,5 bar“. Diese Grenzen solltest du nie unter- oder überschreiten. Ist der Höchstdruck der Felge niedriger, gilt der Wert der Felge (Schwalbe). Innerhalb des Bereichs gilt: mehr Gewicht und schmalere Reifen brauchen mehr Druck. Mehr Druck rollt leichter, weniger Druck ist komfortabler und gibt mehr Haftung.

Als Anhaltspunkt nennt der ADAC für einen Fahrer mit 75 kg zum Beispiel:

Rad und Reifenbreite vorn hinten
Trekkingrad, 40 mm 4,0 bar 4,2 bar
Mountainbike, 2,3 Zoll 2,0 bar 2,2 bar
Rennrad, 28 mm 6,0 bar 6,2 bar
Gravelbike, 35 mm 4,5 bar 4,7 bar

Faustregel des ADAC: pro Kilogramm mehr Körpergewicht etwa 1 Prozent mehr Druck; beim E-Bike rund 10 Prozent auf den Tabellenwert. Die Grenzen auf der Reifenflanke gelten immer.

Wie oft prüfen?

Schwalbe empfiehlt, den Druck mindestens einmal im Monat zu prüfen. Ein Schlauch verliert auch ohne Loch etwa 1 bar pro Monat (Schwalbe, ADAC). Die Daumenprobe hilft nicht: Ab etwa 2 bar fühlt sich jeder Reifen prall an. Nimm eine Pumpe mit Manometer, etwa die XXL-Standpumpe oder die Doppelzylinder-Pumpe.

Achtung beim Dunlop-Ventil: Am klassischen Dunlop-Ventil lässt sich der Druck nicht messen (Schwalbe). Welches Ventil du hast und was das bedeutet, erklärt unser Ratgeber Fahrradventile erklärt.

bar und PSI umrechnen

Viele Pumpen zeigen beide Einheiten. 1 bar entspricht rund 14,5 PSI, 1 PSI rund 0,069 bar (berechnet aus den Umrechnungsfaktoren des US-Normeninstituts NIST). 4 bar sind also etwa 58 PSI, 6 bar etwa 87 PSI.

Häufige Fragen

Wie oft sollte man den Reifendruck beim Auto prüfen?

Der ADAC empfiehlt alle zwei Wochen, auch wenn das Auto ein Reifendruckkontrollsystem hat.

Reifendruck warm oder kalt messen?

Kalt, also vor der Fahrt. Warme Reifen zeigen höheren Druck an. Wer nach der Fahrt misst, darf auf keinen Fall Luft ablassen.

Wo finde ich den richtigen Reifendruck für mein Auto?

In der Bedienungsanleitung, an der B-Säule auf der Fahrerseite, im Handschuhfach oder in der Tankklappe.

Wie viel bar gehören in einen Fahrradreifen?

Das hängt von Reifenbreite und Gewicht ab. Der erlaubte Bereich steht auf der Reifenflanke. Schmale Rennradreifen brauchen deutlich mehr Druck als breite Mountainbike-Reifen.

Warum verliert mein Fahrradreifen ständig Luft?

Etwa 1 bar im Monat ist normal. Verliert der Reifen schneller Luft, kann der Ventileinsatz undicht sein oder der Schlauch ein kleines Loch haben. Ersatzventile gibt es zum Beispiel im Reparaturset mit 39 Teilen.

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Quellen