Ventilkappen fürs Auto: Welche passen, was gilt bei RDKS und wann der Ventileinsatz raus muss

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Schwarze RDKS-Ventilkappen aus Nylon von Pitlane Performance im 8er-Set

Kurz gesagt: Ventilkappen halten Schmutz und Feuchtigkeit von Ventil und Ventileinsatz fern; die Gummidichtung in der Kappe dichtet zusätzlich ab. Am Auto passen Kappen für Schrader-Ventile. Hat das Auto Reifendrucksensoren (RDKS) mit Aluminium-Ventil, empfiehlt der Sensorhersteller Schrader eine Kunststoff-Dichtkappe, weil Metallkappen dort korrodieren und festsitzen können. Für alle anderen Ventile hast du die freie Wahl: Kunststoff, Aluminium, mit Diebstahlschutz oder mit Beschriftung für den Reifenwechsel.

Wozu braucht man Ventilkappen?

Das eigentliche Abdichten übernimmt der Ventileinsatz im Inneren des Ventils. Die Kappe schützt ihn: Ihre Gummidichtung hält Feuchtigkeit und Schmutz vom Ventilschaft und von der Dichtung des Einsatzes fern (Schrader). Michelin empfiehlt, jedes Ventil immer mit einer Kappe zu fahren, um Luftverlust vorzubeugen. Fehlt die Kappe, kann Dreck in den Einsatz gelangen, der dann nicht mehr sauber schließt.

Welche Ventilkappen passen auf mein Auto?

Pkw haben in aller Regel Schrader-Ventile, das sogenannte Autoventil. Darauf passen alle Kappen in diesem Beitrag. Dieselben Kappen passen auch auf Motorräder, Anhänger und Fahrräder mit Autoventil.

Die Arten im Überblick

Art Material Gut für
Beschriftete Kappen Kunststoff (ABS) Reifenwechsel: Position jedes Rads markieren
RDKS-Kappen Kunststoff (Nylon) Autos mit Reifendrucksensoren
Alu-Kappen Aluminium Optik, Farbakzent
Kappen mit Diebstahlschutz Metall nur mit Spezialschlüssel zu lösen
Kappen mit Ausdreher Messing Kappe und Werkzeug für Ventileinsätze in einem

Kunststoff: unauffällig und problemlos

Einfache Ersatzkappen mit innenliegender Dichtung gibt es im 10er-Set in sieben Farben oder als Vorrat mit 50 oder 100 Stück.

Metall: Optik und Diebstahlschutz

Metallkappen und Reifendrucksensoren

Seit November 2014 haben alle neu zugelassenen Pkw in der EU ein Reifendruckkontrollsystem. Bei der direkt messenden Variante sitzt in jedem Rad ein Sensor, der oft direkt am Ventil hängt. Diese Ventile gibt es aus Gummi (eingeknöpft) oder aus Aluminium (mit einer Mutter an der Felge verschraubt).

Bei Aluminium-Ventilen ist das Material der Kappe wichtig:

  • Der Sensorhersteller Schrader schreibt vor, eine Kunststoff-Dichtkappe fest aufzuschrauben, um Ventilschäden und galvanische Korrosion zu verhindern. Galvanische Korrosion entsteht, wenn sich zwei unterschiedliche Metalle berühren und Feuchtigkeit oder Streusalz dazukommt.
  • Eine US-Fachpublikation für Werkstätten warnt, dass verchromte Stahlkappen auf Alu-Ventilen regelrecht festwachsen können; beim Lösen kann der Ventilschaft abbrechen.

Unsere Empfehlung: Bei Autos mit Reifendrucksensor und Metallventil nimm Kunststoffkappen, zum Beispiel die RDKS-Kappen oder die beschrifteten Kappen. Bist du unsicher, welches Ventil verbaut ist, schau in die Bedienungsanleitung oder frag beim nächsten Reifenwechsel in der Werkstatt. Mehr zum System selbst steht im Ratgeber Reifendruck richtig prüfen.

Ventileinsatz: das Teil, das wirklich dichtet

Der Ventileinsatz ist ein kleines, federbelastetes Ventil, das im Ventilschaft sitzt. Gummi- und Kunststoffteile darin altern durch Hitze und Druck (Schrader). Ein undichter Einsatz zeigt sich als schleichender Luftverlust. Michelin rät zu einem einfachen Test: Seifenwasser aufs Ventil geben und auf Bläschen achten.

  • Beim Reifenwechsel: Laut Michelin wird beim Reifenwechsel immer das Ventil gewechselt; bei Sensor-Ventilen nicht das ganze Ventil, sondern die innere Dichtung. Schrader empfiehlt, die Teile seines Service-Kits (Einsatz, Dichtung, Kappe) bei jedem Reifenwechsel zu ersetzen und nicht wiederzuverwenden.
  • Selbst tauschen: Mit einem Ventilausdreher geht das schnell, der Reifen verliert dabei aber seine Luft. Der Einsatz wird nur sehr leicht angezogen; die Angabe des Sensor- oder Fahrzeugherstellers geht vor. Bei Sensor-Ventilen überlässt du das besser der Werkstatt.
  • Werkzeug und Ersatz: Das 33-teilige Schrader-Ventilset enthält 20 Ventileinsätze, 10 Kappen und drei Werkzeuge. Passende RDKS-Ersatzventile gibt es für verschiedene Sensortypen, normale Gummiventile in drei Längen.

Häufige Fragen

Darf ich Alu-Ventilkappen bei RDKS verwenden?

Bei Sensoren mit Aluminium-Ventil rät der Hersteller Schrader zu Kunststoffkappen, um galvanische Korrosion zu vermeiden. Für Ventile ohne Sensor gibt es diese Vorgabe nicht; nimm Metallkappen dort trotzdem beim Reifenwechsel einmal ab und prüf, ob sie sich leicht lösen.

Meine Ventilkappe sitzt fest. Was tun?

Nicht mit Gewalt oder Zange drehen, sonst kann der Ventilschaft brechen. Bei Sensor-Ventilen am besten in der Werkstatt lösen lassen.

Passen Auto-Ventilkappen aufs Fahrrad?

Ja, wenn das Fahrrad ein Schrader-Ventil (Autoventil) hat. Für Presta- und Dunlop-Ventile gibt es eigene Kappen, siehe Fahrradventile erklärt.

Wofür sind beschriftete Ventilkappen?

Sie markieren, wo ein Rad montiert war: vorn links (VL), vorn rechts (VR), hinten links (HL), hinten rechts (HR). So kommen die Räder nach dem Einlagern wieder an die richtige Stelle oder werden bewusst getauscht.

Wie oft sollte man den Ventileinsatz wechseln?

Schrader und Michelin sehen den Wechsel von Ventil oder Einsatz beim Reifenwechsel vor. Dazwischen nur, wenn er undicht ist.

Alle Ventilkappen und Ventile findest du in der Welt Fahrrad & Auto. Als Geschenk eignen sie sich auch, siehe Geschenke für Autofahrer.

Quellen