Reifenwechsel selbst machen: Schritt für Schritt nach ADAC-Anleitung

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Acht schwarze Ventilkappen mit den Aufschriften VL, VR, HL und HR vor der Verpackung

Kurz gesagt: Für den Reifenwechsel stellst du das Auto auf ebenen Boden, ziehst die Handbremse an und löst die Radschrauben eine Viertelumdrehung, bevor du das Auto anhebst. Der Wagenheber gehört nur an die vom Hersteller vorgesehenen Punkte. Die neuen Räder schraubst du handfest an, senkst das Auto ab und ziehst die Schrauben über Kreuz mit dem Drehmomentschlüssel fest. Danach Reifendruck prüfen und nach etwa 50 km die Schrauben kontrollieren. So empfiehlt es der ADAC. Damit du die abgenommenen Räder nicht verwechselst, helfen Ventilkappen mit VL, VR, HL und HR (2,99 €).

Wann wechseln?

Der ADAC nennt als Faustregel: Winterreifen von Oktober bis Ostern, danach Sommerreifen. Eine feste Frist im Gesetz gibt es nicht, wohl aber eine Pflicht zu Winterreifen bei winterlichen Straßenverhältnissen. Die Einzelheiten stehen im Ratgeber Reifen richtig einlagern.

Das brauchst du

  • stabilen Wagenheber und Unterstellbock
  • Radkreuz und Drehmomentschlüssel
  • Drahtbürste und eine Schachtel für die Schrauben
  • den Schlüssel für das Felgenschloss, falls vorhanden
  • beim Wechsel zwischen Stahl- und Alufelgen die jeweils passenden Schrauben oder Muttern
  • die Betriebsanleitung: Dort steht, wo der Wagenheber liegt, wo er angesetzt wird und welches Drehmoment gilt

Vorher prüfen

  • Schrauben und Muttern: auf Schäden kontrollieren.
  • Gewinde und Auflageflächen: säubern und von Rost befreien, zum Beispiel mit der Drahtbürste. Die Gewinde nicht schmieren, sofern der Hersteller nichts anderes vorschreibt.
  • Reifen: auf Schäden prüfen. Gesetzlich vorgeschrieben sind 1,6 mm Profiltiefe, der ADAC empfiehlt mindestens 4 mm bei Winter- und 3 mm bei Sommerreifen.

Schritt für Schritt

  1. Abstellen: Auto auf ebenem Untergrund parken, Handbremse anziehen, ersten Gang einlegen oder die Automatik auf „P“ stellen.
  2. Lösen: Gegebenenfalls die Radkappe abnehmen und die Radschrauben oder -muttern etwa eine Viertelumdrehung lösen, solange das Rad noch auf dem Boden steht.
  3. Anheben: Den Wagenheber an der vom Hersteller vorgesehenen Stelle am Unterboden ansetzen und das Auto bis zur Montagehöhe anheben. Bei Elektroautos ist das besonders wichtig: An der falschen Stelle droht im Extremfall ein Schaden an der Antriebsbatterie.
  4. Abnehmen: Schrauben ganz herausdrehen und das Rad abnehmen. Alufelgen sitzen manchmal fest auf der Nabe.
  5. Kurz prüfen: Auflageflächen reinigen und einen Blick auf Bremsscheiben und Bremsbeläge werfen.
  6. Aufsetzen: Das neue Rad aufsetzen und alle Schrauben mit dem Radkreuz handfest anziehen.
  7. Absenken: Das Auto so weit ablassen, dass der Reifen gerade den Boden berührt.
  8. Festziehen: Die Schrauben über Kreuz mit dem vorgeschriebenen Drehmoment anziehen. Für Noträder gelten oft andere Werte.

Räder tauschen und kennzeichnen

Wenn es dein Auto zulässt, tauschst du die Räder achsweise: Das Rad von vorn kommt hinten auf dieselbe Seite und umgekehrt, damit sich das Profil gleichmäßig abnutzt. Laut ADAC sollte das spätestens alle 8.000 bis 10.000 km passieren. Haben die Reifen unterschiedlich viel Profil, gehört der Reifen mit dem tieferen Profil an die Hinterachse.

  • Laufrichtung: Laufrichtungsgebundene Reifen erkennst du an einem Pfeil auf der Flanke. Sie dürfen nur in Laufrichtung montiert werden, über Kreuz tauschen geht dann nicht.
  • Mischbereifung: Haben Vorder- und Hinterachse unterschiedliche Reifengrößen, ist ein achsweiser Tausch nicht möglich.
  • Kennzeichnen: Der ADAC rät, die abgenommenen Räder zu beschriften, zum Beispiel „VR“ für vorne rechts oder „HL“ für hinten links. Statt Wachskreide auf der Lauffläche gehen auch die beschrifteten Ventilkappen (2,99 €): je zweimal VL, VR, HL und HR, für Sommer- und Winterräder.

Nach dem Wechsel

  1. Reifendruck prüfen: als Erstes, am besten mit einem Reifendruckprüfer (8,99 €, 0 bis 7 bar, ohne Batterie). Nachpumpen geht zum Beispiel mit der Fußluftpumpe mit Manometer (17,99 €), deren Ventilkopf auf Autoventile passt. Wie du den richtigen Druck findest, erklärt der Ratgeber Reifendruck prüfen.
  2. Nach etwa 50 km: die Verschraubung prüfen und die Schrauben bei Bedarf nachziehen.
  3. Reifendruck-Kontrollsystem (RDKS): Indirekte Systeme kalibrierst du nach der ersten Fahrt per Knopfdruck. Bei direkten Systemen muss meist jeder Sensor mit einem Spezialgerät angelernt werden, das übernimmt die Werkstatt; laut ADAC gibt es für manche Modelle auch Anlerngeräte für Selbstwechsler. Passende Kappen stehen im Ratgeber Ventilkappen fürs Auto.

Die abgenommenen Räder einlagern

Die Reifentüten im 4er-Set (7,99 €) schützen die Räder bei der Lagerung vor Schmutz und Feuchtigkeit und halten beim Transport den Kofferraum sauber. Sie messen 110 × 96 cm und passen für Räder von 16 bis 22 Zoll. Im Set mit beschrifteten Ventilkappen kosten sie 11,99 €. Wie du Räder richtig lagerst, liegend oder stehend, steht im Ratgeber Reifen richtig einlagern.

Häufige Fragen

Wie fest müssen die Radschrauben angezogen werden?

Mit dem Drehmoment, das der Hersteller vorschreibt. Es steht in der Betriebsanleitung. Dafür brauchst du einen Drehmomentschlüssel.

Muss ich die Radschrauben nachziehen?

Der ADAC rät, die Verschraubung nach etwa 50 km zu prüfen und bei Bedarf nachzuziehen.

Darf ich die Gewinde der Radschrauben fetten?

Nein, sofern der Hersteller nichts anderes vorschreibt. Säubere Gewinde und Auflageflächen stattdessen von Schmutz und Rost.

In welcher Reihenfolge ziehe ich die Schrauben an?

Über Kreuz, also immer gegenüberliegende Schrauben nacheinander, nicht rundherum.

Wie viel Profil brauchen meine Reifen?

Gesetzlich mindestens 1,6 mm. Der ADAC empfiehlt mindestens 4 mm bei Winter- und 3 mm bei Sommerreifen.

Wie markiere ich, welches Rad wohin gehört?

Mit Wachskreide auf der Lauffläche oder mit beschrifteten Ventilkappen: VL, VR, HL und HR für vorne links bis hinten rechts.

Kann ich bei einem Elektroauto die Räder selbst wechseln?

Ja. Setz den Wagenheber aber nur an den vom Hersteller vorgesehenen Hebepunkten an, um die Antriebsbatterie nicht zu beschädigen.

Mehr im Ratgeber: Reifenventile fürs Auto und Geschenke für Autofahrer. Alles fürs Auto findest du in der Welt Fahrrad & Auto.

Passend dazu: Wenn du die Radschrauben mit dem Akkuschrauber vordrehen willst, erklärt der Ratgeber Stecknuss-Adapter für den Akkuschrauber, was der Adapter aushält und wo der Drehmomentschlüssel ran muss.

Passend dazu: Ladung im Kofferraum sichern, denn auch Räder auf dem Weg zur Werkstatt sind Ladung.

Preise inkl. MwSt., zzgl. Versand (Deutschland 3,90 €), Stand 22.10.2026. Maßgeblich ist der Preis auf der Produktseite.

Quellen